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Wie die Marktübersicht zeigt, gibt es eine kaum überschaubare Vielzahl an Softwarelösungen rund um das Thema LV. Die Fülle an Software erschwert die Wahl. Dem Laien ist nicht klar was eine gute LV-Software ausmacht, was „state of the art“ ist und was er von ihr erwarten kann. Der folgende Entscheidungskatalog soll dem Laien ermöglichen die richtige Wahl zu treffen. Der Katalog kann bedingt auch als Entwicklungsleitfaden genutzt werden, für angehende Softwareprojekte im Bereich der LV.
Die wichtigsten Fragen dabei sollten sein: -
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Wieviel Zeit will ich investieren?
Davon auszugehen, dass sich diese Programme von alleine mit Daten befüllen ist illusorisch. Kategorie 1, Die Bibliographen: Kleinster Aufwand - kleinstes Ergebnis! Erstellung von Literaturverzeichnissen und Verwaltung von Literaturbeständen. Beispiele: Endnote Es bedarf einiger Arbeit, die sich aber auszahlt, diese Programme zu pflegen. Je umfangreicher bibliographische Daten erfasst werden können, desto zeitaufwendiger ist die Eingabe. Zum Vergleich seien hier Synapsen und LitLink angeführt. Wo sich Synapsen auf die wichtigsten Angaben beschränkt, zeichnet sich LitLink durch eine kaum zu überbietende fülle an Datenfelder für bibliographische Daten aus. Durch diese Tiefe in der bibliographischen Erfassung wird das Programm aber auch etwas unübersichtlich, die Einarbeitungszeit steigt und das kann gerade auf Studienanfänger lähmend wirken. Für den Profi kann das aber kaum abschrecken, wenn er seine Literatur bis ins letzte bibliographische Detail korrekt erfassen kann. (Anmerkung: LitLink und Synapsen zählen eigentlich zu den Hybriden)
Kategorie 2, Die Zettelkästen: Mittlerer Aufwand, gutes Ergebnis! Inhaltliche Erschließung von Liteatur, nebenbei auch Literatuverzeichnisse erstellen. Beispiele: IdeaNotes oder Zettelkasten Der virtuelle Zettelkasten ist aufwendiger zu führen, wie ein rein auf Bibliographieren spezialisiertes Programm. Zunächst muss man sich mit der Verschlagwortung auseinandersetzen, ein für alle Studenten wichtiger Lernprozess, da sie so lernen Wissen zu kategorisieren. Die Eingabe oder Import von Textstellen per Tastatur, scan oder drag&drop ist aufwendig, die Verschlagwortung kostet ebenfalls einiges an Zeit. Dafür sind aber komplette Argumentationsstränge in der Datenbank des Zettelkasten.
Kategorie 3, die Hybriden: Größter Aufwand - optimales Ergebnis! Inhaltliche Erschließung, Erstellung von Lit.verz., Unterstützung im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. Beispiele: Synapsen , Citavi ,LitLink, Visual Composer usw. Programme, die beides beherrschen, bibliographische Datenerfassung und Zettelkasten-Technik, erfordern ein besonderes Maß an disziplinierter Arbeit. Da bibl. Daten zu erfassen, Textstellen einzugeben oder zu importieren sind, sowie die Verweise zwischen einzelnen Exzerpten, Autorenangaben und Ideen zu setzen und zu pflegen sind. Das ist sehr viel Arbeit. Das Ergebnis sind aber fast druckreife Publikationen, die sich in der Datenbank der LV heranbilden, sowie ein untrügliches Gedächtnis für weitere Studienarbeiten, Examen, Prüfungen oder Publikationen.
Welche Kaufsumme erlaubt das eigene Budget?Bei schmalem Budget fallen viele der Ideallösungen aus, da diese kommerzielle Software sind, siehe Endnote. OpenSource und Freeware1 bieten professionelle Alternativen, die kommerzielle Software in Teilbereichen sogar schlagen. Ein Bonus - OpenSource-Projekte sind meist sehr zukunftssicher angelegt.
Softwaredesign: A ) Erklärt sich das Programm selbst (intuitiv)? Beschränkt es sich bei der Verrichtung alltäglicher Arbeit auf das Wesentliche?
Das Prinzip KIS (keep it simple) empfiehlt Systeme möglichst einfach zu konstruieren. Ein Programm sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren, ohne dabei das Nötigste auszulassen. Es darf nicht zu viel Zeit zur Einarbeitung benötigt werden. Vor allem sollte ein Programm nicht so kompliziert sein, dass man in „Übung“ bleiben muss, um es bedienen zu können. Ideal ist ein System das sich seinen wesentlichen Merkmalen sofort intuitiv erschließt. Ein Paradebeispiel dafür ist der Zettelkasten von Daniel Lüdecke.
B ) Sind die Basistechnologien der Software zukunftssicher?
Das Prinzip ROCT (rely on common technology) empfiehlt nur weit verbreitete Standards einzusetzen.
„Ein Ablagesystem muss auch nach mehreren Dekaden noch zugänglich bleiben, wenn das ursprünglich eingesetzte Betriebssystem vielleicht schon längst nicht mehr verfügbar ist. Der Aufwand, um Informationen aus einem ganz speziellen Programm zu extrahieren und ein spezielles Format in das spezielle Format eines anderen speziellen Programms zu wandeln, ist unter Umständen so groß, daß die mit einem speziellen System abgelegten Daten möglicherweise ganz oder teilweise mit diesem untergehen könnten.“ (Ram, Stefan2 )
Ein systemunabhäniges Programm wie Synapsen ist besonders zukunftstauglich, da es nicht auf die Entwicklungen eines einzelnen Betriebssystems setzt. Bezüglich des Datenaustauschs: Das Ausgabeformat XML gilt derzeit als besonders flexibel und zukunftsweisend, RTF und Bibtex sollten ebenfalls unterstützt werden bzw. gelten als Indiz für Zukunftstauglichkeit.
C ) Flexibilität: Lässt das Programm sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen bzw. wird es den eigenen Ansprüchen gerecht?
Fragen zur Programmfunktionalität
Eingabe: - Lassen sich mit dem Programm alle verwendeten Arten von Literatur verwalten (Internetquellen, unedierte und edierte Quellen, Bücher, Zeitschriftenartikel, unselbständige Literatur etc.)?
- Können Dokumente (PDF, Doc etc), Bild- und Tonmaterial in die Datenbank eingebunden werden?
- Flexibler Import: Lassen sich Bestehen Importmöglichkeiten aus anderen Programmen, Medien (CDROM) oder Datenbanken (online: PubMed, OPAC)?
Verarbeitung:
- Ist das Anfügen von Kommentaren, Rezensionen und Abstracts möglich?
- In welcher Weise lassen sich Quellen miteinander Verknüpfen (Hyperlinks, Verweise, Schlagworte)?
- Informationserschließung: Sind alle Datenfelder suchbar?
(Suche nach: Autor, Jahr, Verlag, Schlagworte etc.)
- Wie schnell und einfach lassen sich gespeicherte Daten wieder auffinden?
- Entsprechen die Such- und Sortierfunktionen den eigenen Bedürfnissen oder lassen sie sich anpassen?
Ausgabe:
- Flexibler Export: Lassen sich Datensätze in andere Programme exportieren?
- Welche gängigen Datenformate stehen für diesen Export zur Verfügung?
(Zukunftssicherheit der Daten)
- Wie lassen sich die gespeicherten Daten darstellen?
- Kann das Programm aus den Datensätzen automatisch Literaturlisten generieren?
- Kann das Programm aus den Datensätzen automatisch Literaturverzeichnisse generieren?
- Kann das Programm aus den Datensätzen automatisch Zitaten in die Textverarbeitung übertragen?
- Kann das Programm aus den Datensätzen automatisch Fussnoten in die Textverarbeitung übertragen?
- Kann das Programm aus den Datensätzen automatisch Lang- oder Kurzvermerke (Zitatangaben) in die Textverarbeitung übertragen.3
→ Welche Formate (int. Standards wie MLA, APA) stehen für zur Verfügung? → Können eigene Styles generiert werden? Top
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