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Citavi vs. Visual Composer PDF Drucken

Wir holen den Titel!

Beste Literaturmanagement-Software aller Zeiten?!

Es heißt ja, wenn einmal ein Stein ins Rollen gerät, leicht eine Lawine losbricht. Für die deutschen Softwarehäuser ist dies im positven Sinne der Fall. Jahrelang waren deutschsprachige Anwender auf amerikanische Software angewiesen, wenn es um die Erfassung (inhaltlich oder rein bibliographisch) von Literatur ging. Das hat sich gewaltig geändert.

 

Seit geraumer Zeit drängen einige deutschsprachige Unternehmen auf den Markt für PBMS (Personal Bibliograhic Management Software). Anfangs eher zögerlich, mit halbreifen Produkten, gerade aktuell aber mit einer Fülle von Softwarelösungen, die sich wirklich sehen lassen können. Bibliographix und Synapsen (schon seit geraumer Zeit), Zettelkasten , Citavi , Litlink und seit neustem auch Visual Composer .NET 2.0 .

 

Literaturmanagement.net testet Citavi in der Beta ausführlich und hat darüber bereits berichtet , am 24.01.06 ging Citavi in eine weitere Betaphase. Das Programm läuft jetzt auf Microsoft .NET 2.0. In der neuen Beta-Phase hat sich einiges getan. Noch immer ist das Programm nicht bereit für den Release, aber es der Fortschritt ist deutlich spürbar und sichtbar.

 

Citavi setzt auf klarste Strukturen und Erklärungen der Funktionen. Die wichtigsten Funktionen, Tipps und Hinweise erhält der Anwender direkt per Onscreen-Hilfe.citavi, literaturverwaltung, literaturmanagement

Für den Anfänger oder Einsteiger ist das ein wertvolles Feature. Die Onscreen-Hilfe erspart in den allermeisten Fällen den leidvollen Blick ins Handbuch. An die nützlichen Tipps und Funktionsbeschreibungen an der linken Seite hat man sich schnell gewöhnt und möchte sie nicht missen. Die Einarbeitungszeit läuft für den Otto-Normal-Verbraucher gegen Null, nur fortgeschrittene Funktionen erfordern Einarbeitung, die alltägliche Arbeit geht dagegen intuitiv und mühelos von der Hand.

 

Die Bedienoberfläche (GUI) von Citavi ist einfach, gut und durchdacht. Schon Literat war diesbezüglich vorbildlich, diese GUI-Gestaltung hat nun auch Citavi geerbt. Gut durchdacht ist auch das Konzept, welches einfachere Funktionen in den visuellen Fordergrund rückt, spezifischere Funktionen eher in Menüs versteckt. Das entlastet das Auge, die alltägliche Arbeit und nimmt Neulingen die Scheu vor der Komplexität der Funktionen.

 

Visual Composer 2.0 dagegen zeichnet sich durch eine sehr eigene Bedienoberfläche aus, die etwas gegen den Strom schwimmt und anstatt der Karteiordnung verstärkt auf eine Baumstruktur ala Windows Explorer setzt.  citavi, literaturverwaltung, literaturmanagement Visual Composer 2.0 erscheint dadurch auf den ersten Blick nicht ganz so übersichtlich. Leider erschließt sich die Bedienung des Programmes nicht intuitiv, wie das bei Citavi der Fall ist. Es fällt einiges an Einarbeitungszeit an.

 

Hat man sich an die Bedienung von Visual Composer 2.0 einmal gewöhnt, geht die Arbeit flott von der Hand. Dann macht die Arbeit mit dem Programm richtig Spaß. Schön ist beispielsweise, dass man die Menüs und Funktion auf der linken Seite nach belieben einklappen oder fixieren kann, ganz nach eigenem Gusto. Das schafft Raum für Wesentliches!

 

Der Vorteil, den sich Citavi mit dem oberflächlich klareren Design schafft, schrumpft bei längerer Arbeit mit Visual Composer 2.0 etwas. Dann leuchtet das Konzept von Visual Composer 2.0 ein. Citavi hat hier auf das „sichere“ Pferd gesetzt und ein bekanntes GUI-Design beibehalten, bzw. leicht modifiziert. Diese Design-Art teilt es sich mit LitLink und dem Vorgänger LiteRat, damit hat Citavi potentiell eine größere Anwender-Gemeinde hinter sich.

Visual Composer 2.0 besticht durch hohe GUI-Flexibilität. Das GUI kann vom Anwender via XML verändert werden, ein gutes und wichtiges Feature – für Profis. Ein normaler Anwender wird kaum XML-Kenntnisse aufbieten können, geschweige denn die Zeit und Geduld eine eigene GUI-Modifikation zu basteln. Ein Experten-Feature, das auf lange Sicht Gold wert ist, denn in der Anwender-Gemeinde werden sich sicherlich versierte Cracks finden, die ihre Modifikationen zur allgemeinen Verfügung stellen. Darauf darf man gespannt sein.

 

Betrachtet man die Funktionalität, dann hat Citavi jedoch die Nase vorn. Was beispielsweise bei Citavi komfortabler ist:

A) Titeleingabe/-vervollständigung via ISBN-Nummer und

B) Übernahme von kompletten Suchergebnissen der (Online-)Recherche.

Kleine Features, große Effekte! Die Titeleingabe via ISBN-Nummer erspart unendlich viel Arbeit, jeder Anwender wird für dieses Feature dankbar sein. Die Übernahme von kompletten Suchergebnissen birgt gerade bei großen Suchanfragen eine immense Arbeitserleichterung, wenn nicht jeder Eintrag durchgesehen und ausgewählt werden muss.

Die Geschwindigkeit fällt bei Visual Composer 2.0 angenehm auf. VisualComposer 2.0 läuft im subjektiven Eindruck einfach runder und schneller wie Citavi. Seit der neuen Beta-Stufe von Citavi ist dieser Vorteil nur noch geringfügig zu spüren.

 

Ein echter Pluspunkt ist das lebendige Support-Forum von Visual Composer 2.0. Dort helfen sowohl Anwendern sich selbst, als auch die Entwickler den Anwendern. Hier kontert allerdings Citavi mit einem integrierten Online-Email-Support, auch nicht schlecht.

 

Die Frei-Version von Citavi wird für viele Studenten schon ausreichen. Hier hat man vollen Funktionsumfang, mit der einzigen Einschränkung: Die Datenbankgröße ist auf 100 Titel pro Datenbank beschränkt. Es können aber beliebig viele Datenbanken angelegt werden. Bis hin zur Diplomarbeit dürfte das gerade so ausreichen, wobei bei letzterer es wirklich auf Studienfach und Thema ankommt, denn 100 Einträge sind beispielsweise für eine Diplomarbeit in den Geisteswissenschaften nichts Außergewöhnliches.

 

Ein Vorteil für Visual Composer 2.0: Es ist auf dem Markt! Semantics kann sich jetzt einen Kundenstamm ohne die Konkurrenz von Citavi schaffen. Das kann sich durchaus auszahlen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das frühere Release in einem umkämpften Markt oftmals über Leben und Tod eines Softwareprojektes entscheiden kann. Wer zuerst kommt, malt zuerst!

 

Citavi verschiebt sein Release immer wieder nach hinten, der Vorteil dabei ist, dass Programm kommt erst dann auf den Markt, wenn es wirklich fertig ist. - Hoffentlich... It´s done, when it´s done! Qualität ist natürlich ein schlagendes Argument. Wenn die Entwickler es schaffen, ein wasserdichtes Produkt auf den Markt zu bringen, dann machen sie damit den zeitlichen Vorteil von Visual Composer 2.0 womöglich wett.

 

Die Einbindung von Bibliotheken lässt bei beiden Programmen noch Wünsche übrig, bis dato ist hier Visual Composer 2.0 ein gutes Stück weiter.

 

Ein Feature, das ich bisher bei Visual Composer 2.0 misse ist die Fähigkeit auch auf einem USB-Stick zu laufen. Hier hat Citavi die Nase vorn, denn Mobilität ist Trumpf.

 

Beiden Firmen kann empfohlen werden umfangreichere Beispieldateien beizulegen:

Hier sollten anspruchsvolle, bibliographische Daten verwendet werden, mit Bildern und Text-Dokumenten, sowie umfangreiche Zitatensammlungen. Die bibliographischen Daten an sich sollten abwechslungsreich über verschiedene Fachgebiete verteilt sein: Wirtschaft, Sozialwissenschaft, Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Ingenieurswesen, Medizin und Jura. Der Beispiel-Datensatz sollte prinzipiell alle Programmfunktionen ausschöpfen und damit beispielhaft erklären. Hier kann man sich ein Beispiel an dem kostenlosen Zettelkasten nehmen, der eine hervorragende DB zur Verfügung stellt.

 

Visual Composer 2.0 bietet ein gutes Preis/Leistungsverhältnis und umfangreiche Funktionalität, für einen sehr moderaten Preis. Citavi bietet dagegen intuitive Bedienung, etwas mehr Funktionsumfang, der v.a. verständlicher umgesetzt ist - für einen fairen Preis, wenn auch nicht so billig wie Visual Composer 2.0. Beide Programme, Citavi wie Visual Composer 2.0, sind für Studenten und Hochschulangehörige zu drastisch reduzierten Preisen erhältlich.

 

Sowohl Citavi als auch Visual Composer 2.0 basieren auf Microsoft .NET, einer Technologie, der ich alles andere als Zukunftstauglichkeit zuspreche, dies ist aber eine äußerst subjektive Einschätzung. An dieser Stelle soll Synapsen erwähnt werden, welches nicht getestet wurde. In Bezug auf die Basistechnologie hat Synapsen klar die Nase vorn, denn es ist dank Java unabhängig von Betriebssystemen.

 

Gilbert Plugowski

Admin von Literaturmanagement.net

 

Schlagzeilen

Ein weiteres Programm wurde in den Index aufgenommen:
Zettels
Zettels ist eine kleine, aber feine Onlinelösung zur Verwaltung von
Zitaten, Rezepten, Exzerpten etc., kurz zur inhaltlichen Erschließung.
 

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